Der Tagesspiegel berichtet über CHORAs Szenariospiele

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"Professor Raoul Bunschoten sieht vor allem ein gravierendes Problem bei der Planung der Stadt von morgen: All die verschiedenen Firmen, Verwalter und Bewohner, die von Stadtplanung betroffen sind, reden oft wenig miteinander. Er hat deshalb ein Spiel entwickelt. Bei dieser Methode müssen sich, wie das bei Spielen so ist, alle Beteiligten „an einen Tisch setzen“. Auf Spielkarten werden aktuelle Probleme oder Projekte der Beteiligten eingetragen, dann spielen sie nach bestimmten Regeln miteinander.

So wurden zum Beispiel Chefplaner von der Berliner Stadtreinigung, den Wasserbetrieben, der BVG und Vattenfall an einen Tisch gerufen, gemeinsam mit anderen Experten. Heraus kamen ungewöhnliche Zukunftsvorschläge: Beispielsweise brauchen all diese Firmen Platz, um ihre Fahrzeugflotte abzustellen. Wäre nicht ein Betriebshof denkbar, auf dem der Müll unterirdisch sortiert wird, oberirdisch aber Fahrzeuge eines anderen Versorgers abgestellt werden können? Oder könnte nicht der ungeliebte Hundekot so eingesammelt werden, dass er zur Energiegewinnung benutzt werden könnte?

Bunschoten geht es vor allem darum, die Stadtplanung „bewusster“ zu gestalten, sodass alle besser zusammenleben können. "Unter Smart Cities stellen sich die Leute zu oft einfache technische Lösungen vor", argumentiert er. Letztlich sollten neue Technologien seiner Meinung nach aber auch dazu genutzt werden, Bürger selbst handlungsfähiger zu machen. Denn Technik allein, so der Architekt, kann Probleme wie Umweltverschmutzung in der Stadt nicht lösen."


Foto: Hendrik Lehmann
Text: Der Tagesspiegel

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